IRONMAN AUSTRIA 2019! (TEIL 7)

Zuviel?

Neues Jahr, neues Glück! Nicht bei Emanuel Sabitzer. Zwangspause!
Das Schienbein schmerzt, beim Laufen, beim Rad fahren, beim Gehen. Bei fast allem.
In der Form seines Lebens, motiviert ohne Ende, auf Zielkurs, kommt Sabitzer von der Spur ab. Einfach so, ohne Vorwarnung. Überbelastung!
Weihnachtsurlaub, der Himmel blau, die Sonne scheint. Wandern, Spazieren – alles gestrichen.
Füße ruhigstellen und abwarten. Emanuel muss abwarten? Er, also Gedulds-Loser, mit Bewegungsdrang geprägter Mensch soll stillhalten? Könnte schwierig werden.

But why?
Eine Überbelastung kommt ja nicht ohne Grund. Scheinbar war der Trainingsumfang die letzten Wochen einfach zuviel. Ja, Emanuel Sabitzer hat für seine Verhältnisse sehr viel gesportelt, sehr viele öden Einheiten am Ergometer oder Laufband abgespult. Oft war’s einfach nur langweilig. Wenn man 100 Kilometer am Ergometer abspult und über viele Stunden hinweg immer dieselbe Wand vor Augen hat, muss man kopfstark sein.
Ist er! Jedes noch so fade Training zieht er beinhart durch. Immer mit dem Hintergedanken, seine mentale Leistungsfähigkeit zu stärken. Sabitzer vergisst aber, auf seinen Körper zu hören. Solange bis er sich einfach meldet, mit Schmerzen. Ein dementsprechend hoher Trainingsumfang scheint für seinen Kopf absolut machbar zu sein – für seinen Körper jedoch nicht.

© Emanuel Sabitzer
© Emanuel Sabitzer

Schwachstellen!

Als Leistungssportler wird Sabitzer immer wieder vor neue Situationen gestellt. Immer wieder zwickt und zwackt es wo. Schwachstellen ausfindig machen und eliminieren, sein Plan. Nun weiß Emanuel, dass seine Muskeln rund um das Schienbein die schwächste Stelle im Körper sind. Daher werde er gegenwirken und gezielt darauf hintrainieren. Ganz normal, dass bei drei Sportarten (Schwimmen, Rad fahren und Laufen) nicht immer alles unproblematisch von statten geht. Emanuel Sabitzer will seinen Körper ganzheitlich auf den Ironman vorbereiten. Und leider gehören hin und wieder auch Sportpausen dazu. ABER! Er kann schwimmen, viel schwimmen, die ganze Zeit schwimmen. Besser viel schwimmen als viel nichts tun. Sein derzeitiges Wohnzimmer?! Die Schwimmbahn der Kärnten Therme in Villach!

Abhängig?

Gerade in Situationen wie diesen, wenn Emanuel zu einer Pause gezwungen wird, denkt er über das Thema Sportsucht nach. Ist es schlecht, wenn es einem schwer fällt keinen Sport zu machen?

Ab wann wird es zur Sucht? Bis zu welchem Punkt hin ist es noch „normal“? Wird es irgendwann gefährlich? Ja, Sabitzer liebt Sport, damit ist er bestimmt nicht der Einzige. Solche Personen stehen einfach drauf, sich zu bewegen, egal in welcher Form, egal ob drinnen oder draußen. Es geht einfach darum, was zu tun, was zu leisten.

Einfach dieses eine Gefühl, nach dem Sport, nach dem Duschen. Der Leistungssportler fühlt sich besser, schläft besser, das Essen schmeckt besser, man ist ausgeglichener, eigentlich ist alles besser!

Sich selbst spüren, aus dem Alltag ausbrechen, den Kopf frei bekommen – dies sind Aussagen, die ja auch auf einen Heroinabhängigen zutreffen würden, oder nicht? Emanuel Sabitzer meint, die Beweggründe sind oft dieselben, egal ob jemand zur Alkoholflasche, zu Drogen oder eben zu Sport greift. Sabitzer greift zu Sport!

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